Weiberfastnacht beginnt: Karnevalstouristen treffen in Köln ein

Die Kölner Innenstadt ist schon voller Kostümierter. Unter voller Polizisten.

Die ersten fantasievoll verkleideten Karnevalstouristen sind am Morgen in Köln eingetroffen. Das Wetter ist besser als erwartet, zeitweise schien sogar die Sonne. Im Straßenbild der Innenstadt präsent sind aber auch viele Polizisten und Streifenwagen. Wegen der angespannten Sicherheitslage ist die Polizei dieses Jahr sowohl in Köln als auch in Düsseldorf mit noch mehr Beamten als in den Vorjahren unterwegs. Pünktlich um 11. 11 Uhr soll das Treiben in den Karnevalshochburgen endgültig seinen Lauf nehmen. In Düsseldorf stürmen Frauen das Rathaus, in Bonn schlagen die Waschweiber los, in Köln übernimmt das Dreigestirn aus Prinz, Jungfrau und Bauer.

Gerade in den jetzigen Zeiten sei der Karneval ungeheuer wichtig, sagte der Psychologe Stephan Grünewald dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Menschen merken, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet und die Spaltung immer größer wird“, sagte der Buchautor und Leiter des Rheingold-Instituts. „Das ist natürlich Gift für die Demokratie.“ Der Karneval könne diese Wagenburgmentalität aufbrechen. „Diese ungeheure verbindende Kraft in Zeiten, wo alles auseinanderfliegt, ist wohltuend.“