In der ARD-Talkshow Maischberger geht es am Dienstagabend kurz um die Zukunft des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Könnte es ohne die berühmte Spitzenkandidatin überleben?
Etwa 13.400 Stimmen haben dem BSW zum Einzug in den Bundestag gefehlt. Die Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht erwägt jetzt, die Wahl juristisch anzufechten. Experten bezweifeln, dass sie damit Erfolg haben könnte.
Wie geht es also mit dem BSW weiter? In der ARD-Talkshow „Maischberger“ stellt die Moderatorin ihren Gästen am Dienstagabend diese Frage. Sie leitet damit ein, dass Wagenknecht in den TV-Talkrunden nach der Wahl nicht aufgetreten sei. Eine von Sandra Maischbergers Gästen, die Politikexpertin Kerstin Palzer, ist skeptisch, was die Zukunft des Bündnisses betrifft.
BSW-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht hat nur einen Auftritt in Wahlnacht
Zur Illustration schildert sie den Ablauf des Wahlabends: Sahra Wagenknecht sei auf der Bühne aufgetaucht, habe pünktlich um 18.30 Uhr zu ihren Unterstützern gesprochen – und sei dann verschwunden. Sie ging nicht nur von der Bühne, sondern habe die Veranstaltung insgesamt verlassen.
Untypisch für eine Spitzenkandidatin, die am Wahlabend von den Menschen umgeben ist, die ihre Zeit und Energie wochenlang für sie und die Partei eingesetzt haben. Oscar Lafontaine, der Partner von Sahra Wagenknecht, habe sie noch umarmt. „Und dann ging sie. (…) Sie hat kein Gespräch mehr geführt. Sie hat alle medialen Termine abgesagt. Ich würde jetzt wirklich nicht mehr auf ihre politische Zukunft im BSW wetten“, sagt die Journalistin aus dem ARD-Hauptstadtstudio. „Das klingt jetzt aus.“
Politikexpertin Kerstin Palzer vom ARD-Hauptstadtbüro zu Gast bei Sandra Maischberger
© Oliver Ziebe / WDR
Sandra Maischberger fragt nach: „Hat das BSW ohne SW denn eine Zukunft?“ Mit „SW“ ist offensichtlich die Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht gemeint.
Palzer glaubt nicht recht daran. Erst im Sommer 2026 wähle Sachsen-Anhalt. Dort habe das BSW gut abgeschnitten und hätte wohl Chancen auf einen Einzug in den Landtag. Wenn sich die „große Führungsikone“ jetzt zurückziehe, wie Palzer es ausdrückt, könnte es sein, dass das BSW bis dahin nicht genug Durchhaltevermögen habe. Christoph Schwennicke vom Online-Portal „t-online“ pflichtet ihr bei. Die Partei heiße „Bündnis Sahra Wagenknecht“. Es handele sich also um eine Ein-Personen-Partei. Und so ist die Partei wohl auch von dieser einen Person abhängig.