Tausende Menschen nehmen an einem Antikriegs-Marsch in Köln teil. Es bleibt nicht friedlich: Am Ende gibt es Verletze unter Demonstranten und Polizisten.
Bei einem Antikriegs-Marsch durch die Kölner Innenstadt ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Versammlung des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“ sei am Samstagabend nach Angriffen auf Beamte und wiederholten Verstößen gegen das Versammlungsrecht gestoppt worden, teilte die Polizei mit. Einsatzkräfte hätten Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt, um Angriffe zu unterbinden.
Nach Polizeiangaben von Sonntag wurden 13 Beamte verletzt – vier hätten den Dienst beenden müssen. Ein Sprecher der Demonstranten sprach ebenfalls von Verletzten.
Strafverfahren wegen Körperverletzung
Eine Gruppe, aus deren Reihen es Angriffe gegeben habe, sei „festgesetzt“ worden, teilte die Polizei mit. Ein dpa-Reporter beobachtete, wie ein harter Kern von Demonstranten bis tief in die Nacht hinein eingekesselt wurde. Die Polizei erklärte, sie habe die Identitäten von Personen festgestellt, die nach ersten Erkenntnissen an unfriedlichen Aktionen beteiligt gewesen seien. Gegen 5 Uhr sei der Einsatz beendet worden, sagte ein Polizeisprecher.
Zwei Personen seien wegen nicht befolgter Platzverweise zeitweise in Gewahrsam genommen worden, hieß es. Gegen einen der beiden sei zudem ein Strafverfahren wegen Widerstand und Körperverletzung gegen Polizeibeamte eingeleitet worden.
Vorwürfe gegen die Polizei
Demonstranten warfen der Polizei vor, einige von ihnen ohne Versorgung festgehalten zu haben. Die Polizei entgegnete, es habe Getränke und mobile Toiletten gegeben. Ein Sprecher der Demonstranten sagte, es gebe 40 bis 60 Verletzte, die nicht ins Krankenhaus gelassen worden seien. Ein Polizeisprecher sagte dazu: „Medizinische Hilfe wird da, wo sie erforderlich ist, mit Sicherheit zugänglich gemacht.“
Die Polizei sprach am Sonntag von zwölf Teilnehmern, die sich gemeldet und angegeben hätten, verletzt zu sein. Zu möglichen Anzeigen gegen Beamte hatte der Polizeisprecher zunächst keine Erkenntnisse. Zudem habe es zwei medizinische Notfälle gegeben. Diese Personen seien von Rettungskräften versorgt worden und in ein Krankenhaus gekommen.
In einer Mitteilung des Bündnisses „Rheinmetall-Entwaffnen“ vom Sonntagabend hieß es, die Polizei habe gezielte Schläge auf die Hände und in die Magengrube sowie Pfefferspray eingesetzt. 147 Personen seien durch das Vorgehen der Einsatzkräfte verletzt und von den Sanitätern behandelt worden, 18 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden. „Eine so brutale Eskalation der Polizei ist ein politischer Skandal“, sagte ein Sprecher des Bündnisses laut Mitteilung.
3.000 Menschen an Demo beteiligt
An der Demonstration gegen Aufrüstung und Krieg hatten sich nach Angaben der Polizei und der Veranstalter zeitweise etwa 3.000 Menschen beteiligt. Einige Teilnehmer seien vermummt gewesen und hätten Rauchtöpfe gezündet, sagte ein Polizeisprecher. In einem Begleitfahrzeug seien neben Pyrotechnik auch Brennspiritus und Gasflaschen gefunden worden.