US-Präsident Trump setzt auf drastische Zölle. Damit steht die Welt an der Schwelle zum Handelskrieg. Was kommt auf das Bundesland zu?
Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle sind eine schwere Belastungsprobe für die rheinland-pfälzische Wirtschaft. Von einer „verheerenden Entscheidung“ sprach Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP). „Die angekündigten Zölle bedrohen nicht nur einzelne Branchen, sondern weite Teile der exportorientierten Wirtschaft in Rheinland-Pfalz„, betonte die Ministerin. „Besonders betroffen sind der Maschinenbau, die chemische Industrie, die Automobilzulieferer sowie die Weinbranche, die traditionell enge Handelsbeziehungen mit den USA pflegt.“
Im vergangenen Jahr lieferten rheinland-pfälzische Exporteure Waren im Wert von 5,1 Milliarden Euro in die USA, wie es in einem Bericht Mitte März des Statistischen Landesamtes heißt. „Dies entspricht einem Anteil von neun Prozent an den gesamten Ausfuhren. Unter den Handelspartnern im Exportbereich belegen die USA damit den zweiten Platz hinter Frankreich.“ Das Statistikamt schreibt: „Die Handelsbeziehungen von Rheinland-Pfalz mit den Vereinigten Staaten von Amerika sind eng und vielfältig.“
Folgen bis in den Mittelstand
Der Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Arne Rössel, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die US-Zölle bedrohten nicht nur die transatlantischen Handelsbeziehungen, sondern wirken sich direkt und spürbar auf die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz aus. Die USA seien einer der wichtigsten Handelspartner für das Bundesland. Der Schwerpunkt liege auf Maschinen sowie pharmazeutischen und chemischen Erzeugnissen.
Zugleich seien viele rheinland-pfälzische Betriebe als Zulieferer der Automobilindustrie fest in internationale Lieferketten eingebunden. „Die neuen Zollregelungen könnten diese Strukturen massiv belasten, mit Folgen bis in den Mittelstand hinein“, mahnte der Hauptgeschäftsführer.
Warnung vor Eskalation
Karsten Tacke, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), warnte vor einer Eskalation im transatlantischen Handel und den Folgen für Rheinland-Pfalz. „Die angekündigten Zölle sind ein beispielloser Angriff auf den freien Welthandel – mit spürbaren Folgen auch für Rheinland-Pfalz“, teilte Tacke mit. „Diese protektionistische Eskalation entbehrt jeder wirtschaftlichen Vernunft.“ Zölle würden langfristig beiden Seiten schaden. „Sie gefährden Wohlstand, Innovationen und Arbeitsplätze dies- und jenseits des Atlantiks.“
Auch der Verband der Deutschen Weinexporteure (VDW) verurteilte den Handelsstreit scharf. Der US-Weinmarkt sei mit Abstand der bedeutendste Markt für die europäischen und deutschen Weinexporteure, hieß es. „Die angekündigten Zölle auf EU-Weine werden die (…) Weinunternehmen hart treffen und insgesamt zur Verstärkung der wirtschaftlichen Unsicherheit führen“, teilte der VDW-Vorsitzende Gerhard Brauer mit. Durch die Strafzölle werde es erneut zu einem Einbruch im Exportgeschäft kommen.
BASF prüft Auswirkungen
Der Chemiekonzern BASF nannte es „noch zu früh, um die Auswirkungen (…) auf unser Geschäft und unsere Märkte umfassend zu beurteilen“. Aufgrund der Komplexität der globalen Handelsströme werde dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Dennoch dürften die direkten Auswirkungen auf die BASF aufgrund des hohen Anteils lokaler Produktion in den USA begrenzt sein“, teilte ein Sprecher in Ludwigshafen mit. Die Produktion vor Ort sei für die BASF-Strategie in den USA von entscheidender Bedeutung.