Aus Protest gegen US-Präsident Donald Trump wagt ein Demokrat einen Kraftakt: Der Senator Cory Booker steht stundenlang vor dem Senat und redet und redet und redet …
Donald Trump verändert schon in den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit das politische Gefüge der USA drastisch – und es wächst der Eindruck, die Demokraten hätten ihm wenig entgegenzusetzen. Trumps politische Gegner bleiben seit der Wahlniederlage von Kamala Harris erstaunlich still.
Doch jetzt muckt einer von ihnen auf: Der demokratische Senator Cory Booker setzt ein ungewöhnliches Zeichen gegen den US-Präsidenten und beweist dabei einen langen Atem.
Booker trat am Montagabend um kurz nach 19 Uhr Ortszeit ans Rednerpult des Senats – und hat seitdem nicht aufgehört zu sprechen. Seine Endlos-Rede hatte er zuvor in einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen angekündigt: „Ich werde nicht aufhören zu reden, solange ich körperlich dazu in der Lage bin“, ließ Booker wissen. Viele Bürger hätten ihn aufgefordert, deutlicher gegen Trump aufzutreten. Mit seiner Rede wolle er jetzt zeigen, wie dringend das sei, sagte Booker.
Marathon-Rede als Zeichen gegen Politik von Donald Trump
Booker redete die ganze Nacht durch, auch in den Morgenstunden dauert sein Vortrag immer noch an. Seine Rede überträgt er live über seine Social-Media-Kanäle. „Ich erhebe mich mit der Absicht, die normale Arbeit des Senats der Vereinigten Staaten zu stören, solange ich körperlich dazu in der Lage bin“, eröffnete Booker seinen verbalen Marathon. „Ich stehe heute Abend auf, weil ich aufrichtig glaube, dass unser Land in einer Krise steckt.“
Trump habe Amerikas Sicherheit, finanzielle Stabilität und die Grundfesten der Demokratie in Gefahr gebracht, erklärte der 55-Jährige, der seit 2013 im Senat sitzt. „Dies sind keine normalen Zeiten in Amerika. Und sie sollten im Senat auch nicht als solche behandelt werden.“
Während seines stundenlangen Auftritts sprach Booker viele verschiedene Themen an, neben seiner Kritik an Trump beschäftigte er sich unter anderem mit drohenden Kürzungen im Gesundheitssystem. Pausen kann er nur einlegen, wenn andere Senatoren ihm eine Frage stellen.
Senatoren können mit Filibuster-Reden Abstimmungen verhindern
Eine Redezeitbegrenzung gibt es im Senat nicht. In den USA sind derart lange Reden als Filibuster bekannt, wenn damit eine Abstimmung verhindert werden soll. Die Ausführungen müssen dabei nicht zwingend mit dem Thema der Debatte zu tun haben.
Den Rekord hält der Politiker Strom Thurmond, der 1957 mit einer mehr als 24 Stunden langen Rede ein Bürgerrechtsgesetz verhindern wollte, das Schwarzen mehr Wahlrechte einräumte. Bei Bookers Rede vor dem Senat handelt es sich genau genommen nicht um einen Filibuster, weil er damit keine Abstimmung verhindern möchte.
Quellen: CNN, „Axios“, Senator Cory Booker auf X
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